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Beschichtungen und Bauwesen treffen an der Oberfläche aufeinander: dort, wo ein Gebäude Regen, Sonnenlicht, Abrieb, Chemikalien, Temperaturschwankungen und täglicher Nutzung ausgesetzt ist. Eine Betonwand mag solide aussehen, doch ohne das richtige Schutzsystem kann Feuchtigkeit nach innen wandern, Stahl korrodieren, Böden können sich ungleichmäßig abnutzen und Oberflächen können ihr vorgesehenes Erscheinungsbild weit früher als erwartet verlieren.
Für Architekten, Bauunternehmer, Facility Manager und Immobilieneigentümer ist die Auswahl einer Beschichtung daher nicht einfach eine Farbentscheidung. Sie ist eine Entscheidung über Dauerhaftigkeit, Wartung und häufig auch über Lebenszykluskosten. Moderne chemische Technologien ermöglichen den Schutz einer breiten Palette von Substraten und unterstützen zugleich Ziele in Bezug auf Energieeffizienz, Hygiene, Sicherheit und Gestaltung.
Baumaterialien erfüllen ihre Funktion selten isoliert. Stahl benötigt Schutz vor Oxidation; Beton benötigt Beständigkeit gegen Karbonatisierung, Wassereintritt und Oberflächenverunreinigung; Holz profitiert von Schutz gegen Feuchtigkeit und UV-Strahlung. Selbst Innenflächen können Beschichtungen erfordern, die wiederholter Reinigung, Stößen, Fußgängerverkehr oder der Einwirkung von Ölen und Haushaltschemikalien standhalten.
Eine passend abgestimmte Beschichtung schafft eine kontrollierte Barriere zwischen dem Substrat und seiner Umgebung. Je nach Formulierung kann sie das Eindringen von Wasser verringern, Korrosion verlangsamen, die Haftung zwischen Schichten verbessern, eine rutschhemmende Oberfläche bieten oder einen Teil der Sonnenwärme reflektieren. Das praktische Ergebnis ist eine Oberfläche, die länger funktionsfähig bleibt und leichter zu prüfen und zu warten ist.

Die beste Beschichtung für ein Bauprojekt hängt vom Substrat, den Expositionsbedingungen, der Qualität der Vorbereitung und der erwarteten Nutzungsdauer ab. „Eine Beschichtung für alles“ ist in der Regel eine kostspielige Annahme.
Tragwerksstahl, Geländer, Rohrleitungen, Dachbauteile und Industriegerüste sind korrosionsanfällig, wenn Feuchtigkeit und Sauerstoff die Oberfläche erreichen. Zinkreiche Grundierungen, Epoxidsysteme, Polyurethan-Decklacke und andere mehrschichtige Schutzbeschichtungen werden häufig eingesetzt, um Korrosionsbeständigkeit aufzubauen. In anspruchsvollen Umgebungen – beispielsweise in Küstengebieten, Chemieanlagen oder Bereichen mit hoher Luftfeuchtigkeit – ist das vollständige System entscheidend: Oberflächenvorbereitung, Grundierung, Zwischenschicht und Deckbeschichtung müssen zusammenwirken.
Beton ist langlebig, jedoch von Natur aus nicht undurchlässig. Parkbauten, Keller, Balkone, Brücken und Außenfassaden können wasserdichte Beschichtungen, elastomerische Membranen oder diffusionsoffene Schutzbeschichtungen benötigen. Eine diffusionsoffene Beschichtung kann besonders nützlich sein, wenn Dampf aus dem Substrat entweichen muss, während flüssiges Wasser ferngehalten werden soll. Die Verwendung eines vollständig versiegelnden Films auf feuchtem Beton ohne angemessene Prüfung kann zu Blasenbildung oder Haftungsverlust führen.
Epoxid- und Polyurethan-Bodenbeschichtungen werden in Lagerhallen, Werkstätten, Großküchen, Gesundheitseinrichtungen und Parkbereichen häufig eingesetzt. Ihr Nutzen geht über das Erscheinungsbild hinaus. Das richtige Bodensystem kann die Beständigkeit gegen Stöße, Reinigungsmittel, Öle und wiederholte Belastung durch Verkehr verbessern. Strukturmittel oder Zuschlagstoffe können auch eingearbeitet werden, wenn Rutschhemmung Priorität hat.
Architektonische Außenbeschichtungen schützen Fassaden und prägen zugleich den visuellen Charakter eines Gebäudes. In heißeren Klimazonen können reflektierende Dach- und Wandbeschichtungen dazu beitragen, die Wärmeaufnahme an der Oberfläche zu reduzieren. VOC-arme und wasserbasierte Technologien werden ebenfalls zunehmend berücksichtigt, wenn die Raumluftqualität, Verarbeitungsbedingungen oder Umweltanforderungen die Materialauswahl beeinflussen.
Vor der Auswahl einer Beschichtung sollten Projektteams fragen, welchen tatsächlichen Einwirkungen die Oberfläche ausgesetzt sein wird. Ist sie stehendem Wasser, Salznebel, ultravioletter Strahlung, Temperaturwechseln, Fahrzeugverkehr, Reinigungschemikalien oder gelegentlichen Stößen ausgesetzt? Eine dekorative Oberfläche für eine geschützte Innenwand wird nicht dieselbe Leistung erbringen wie eine Schutzbeschichtung für eine exponierte Stahlkonstruktion.
Ebenso wichtig ist es, den Zustand des Substrats zu verstehen. Neuer Beton benötigt möglicherweise eine ausreichende Aushärtungszeit. Bei bestehendem Metall kann die Entfernung von Rost, Salzen, Altanstrichen oder Öl erforderlich sein. Risse, Poren, unebene Stellen und Feuchtigkeitsprobleme sollten vor der Anwendung behoben werden. Beschichtungsversagen wird häufig dem Produkt zugeschrieben, obwohl die tatsächliche Ursache eine unzureichende Oberflächenvorbereitung oder eine ungeeignete Verarbeitungsumgebung ist.
Die niedrigsten anfänglichen Beschichtungskosten sind nicht immer die niedrigsten Kosten über die Lebensdauer eines Gebäudes. Die Neubeschichtung einer schwer zugänglichen Fassade, die Stilllegung eines Teils eines Industriebodens oder die Reparatur von Korrosion unter einer versagten Beschichtung können weitaus störender sein als die Wahl eines geeigneten Systems von Anfang an.
Eine fundierte Planung von Beschichtungen und Bauvorhaben verbindet die Chemie der Materialien mit den tatsächlichen Bedingungen vor Ort. Wenn das Substrat sorgfältig bewertet wird, die Expositionsrisiken verstanden werden und die Anwendung als Teil des Systems – und nicht als nachträglicher Gedanke – behandelt wird, können Beschichtungen Leistung und Erscheinungsbild der gebauten Umgebung über viele Jahre erhalten.